Die Reichen bleiben reich und kommen weiterNeulichst in der Bahn, eine von denen, wo man schon lange kein Ticket mehr beim Schaffner kaufen kann, sondern eine von den Bahnen mit den Automaten. Von diesen Automaten gibt es zwei, ich weiß. Also, ich meine nicht den Automaten, wo ich meine Krankenkassekarte hineinstecken kann, sondern den, wo ich Bargeld hineinklimpern lassen muss. Passend selbstverständlich! Hatte ich nicht passend. Echt nicht - ich schwöre!
Also habe ich meinen 50-Euro-Geldschein aus der Brieftasche geholt. Der Fahrer hinter der dunklen Galsscheibe mit den ein-Euro-großen Löchern drin schüttelte nur schemenhaft den Kopf.
Dann habe (fast) alle Mitreisenden gefragt: "Können Sie mir das Geld wechseln?" "Nein, okay. Können Sie mir den Schein kleinmachen?" Auf diese Weise ist eine Menge Zeit vergangen. Bei einer Fahrkartenkontrolle hätte ich mindestens dreißig Zeugen aufbieten können, dass ich nicht die Absicht hatte, schwarz zu fahren, sondern alle Mittel und Wege genutzt habe, um dieser Ordnungswidrigkeit zu entgehen. Echt - ich schwöre!
An der Domsheide bin ich dann ausgestiegen.
blogstar | 11. März 09 | Rubrik Binnen | 0 Kommentare
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Ausgenommene Regel von den geregelten Ausnahmen.Die Stufe 1 zur besseren Luft in der Bremer Innenstadt gilt seit dem 1.Januar 2009. Nun benötigen alle Fahrzeuge, die in die saubere und gesunde Umweltzone fahren eine grüne, gelbe oder rote Plakette. Theoretisch. Praktisch können Sie sich auch ein Butterbrot an die Scheibe kleben. Denn natürlich können Sie weiterhin durch das abgasgenormte Herz der Innenstadt rasen. Sie dürfen ohne Plakette auf direktem Weg und ganz offiziell über den Osterdeich, Tiefer, Martinistraße, Am Brill, Faulenstraße und Doventor heizen, wenn Sie eines der in der Umweltzone gelegenen Parkhäuser anfahren möchten. Zudem von der neuen Regelung ausgenommen, sind Gäste eines Hotels oder einer Pension, die einen schriftlichen Buchungsbeleg über Ihre Aufenthaltsdauer vorlegen. Ebenso wenig betrifft es Sie, wenn Sie Fahrzeuge fahren, in denen Schwerbehinderte befördert werden. Niemand wird ausgesperrt. Alles bleibt weiterhin für alle gut erreichbar. Sollten Sie einen Termin zum Ölwechsel abgemacht haben, ist es mit schriftlicher Bestätigung ihrer Kfz-Werkstatt völlig in Ordnung ihre alte Rostlaube in die feinstaubpartikelgetränkte Lunge der City zu bugsieren. Wenn Sie von all diese Ausnahmen unwahrscheinlicher Weise ausgeschlossen sein sollten, gibt es noch ein Extraschmankerl: Um wirtschaftliche und soziale Härten zu vermeiden, können Privatpersonen und Unternehmen eine gebührenpflichtige Ausnahme vom Fahrverbot beantragen. Der Haushalt der Hansestadt Bremen weist alle Punkte eines wirtschaftlichen Härtefalls auf, daher dürfte diese Ausnahmegenehmigung automatisch zusammen mit den Lohnsteuerkarten 2010 verschickt werden.
deputy mcbrodie | 01. März 09 | Rubrik Binnen | 0 Kommentare
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Honigsüsse HausbesetzerinnenWas sich ein wenig nach harmlosen Verdauungsproblemen und schlaffer Orangenhaut anhört, wird das Bremer Stadtbild für immer verändern. Blähton und Zellulose. Schafwolle und Styropor. In diesen Worten nisten die blühenden Hoffnungen ganzer Staaten und Generationen, denn nun rüsten HauseigentümerInnen ein. Fassaden, manchmal sogar ganze Straßenzüge. Das massenhafte Verpappen von Dämmmatten hat begonnen. Styropor ist das ideale Bau- und Dämmmaterial für den Wärmeschutz. Bislang meist als voluminöses Drumherum in umständlichen Handstaubsaugerverpackungen bekannt, ist es auch für Bienenhotels bestens geeignet. In das neue Dämmmaterial lässt es sich leicht hinein knabbern und zudem lädt es durch eine angenehme Oberflächentemperatur zum Verweilen ein. In der Vergangenheit hat sich Styropor bereits als Brutkörbchen in der Zucht und Haltung von Enten außerordentlich bewährt. Osmia Bicornis und ihre Freundin Megachile Centuncularis sind daher hocherfreut. Die beiden fleißigen Ladies gehören zur großen Familie der Bauchsammlerbienen. Ohne sie gäbe es im Winter keine Bratäpfel mit Vanillesoße und im Sommer keinen Obstkuchen mit Sahne. Wildbienen sind die kleinen Heldinnen der Natur, die unverzichtbaren Bestäuber der meisten Obstbäume, Plantagen und Parzellen. Die Imkerei und mit ihr die Biene steckten in den letzten Jahren in einer schweren Krise. Ihr natürlicher Lebensraum wurde immer mehr eingeschränkt. Diese Tatsachen jedoch sind Pollen von gestern. Nach diesem Winter wird die Welt der Bremer Kleinlebewesen eine viel bessere sein. Übrigens benötigen Sie beim Check-In an der Rezeption des Bienenhotels lediglich Ihre Flugnummer sowie einen gültigen Energiepass.
Deputy McBrodie
Comet, PappelstrasseFür gewöhnlich freue ich mich über jede Schlange im Supermarkt. EIgentlich über jede Schlange in der niemand vor oder hinter mir eine Fahne hat. Jeder Besucher der Brennpunktmärkte wird da seine Erfahrungen haben.
In diesem Zusammenhang besonders hervorzuheben ist aber ein Produkt der Firma Schwarze und Schlichte, das unerbittlich nach Marktanteilen in einer Nische sucht, die nach allgemeinem Verständnis nicht für dieses Produkt geeignet ist.
Laut Firmenangaben handelt es sich aber nur um einen der ländlichen Tradition entsprungenen Namen, nach der zum zweiten Frühstück während der Feldarbeit eine besonders milde Spirituose genossen wurde.